Bier

Ein Freund aus Wien hat mich eingeladen ihn dieses Wochende zu besuchen. Ich habe gesagt, dass ich dann ja auch gleich zum Bachmannpreis fahren könnte. Er wusste nicht, was das ist. Er hat gesagt: “Ich bin ein Wiener Prolet. Ich kenne so was nicht.“ Er hat gesagt, dass er sich aber gut mit österreichischem Bier auskennt.

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Stefanie Sargnagel bei den TDDL ’16

Autorin Stefanie Sargnagel bei den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt in Österreich, dem sogenannten Bachmannpreis

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Man muss keine große Leuchte sein, um zu erahnen, dass so jemand wie Stefanie Sargnagel ohne ihren “Facebook-Erfolg“ wahrscheinlich nicht bei einer Veranstaltung wie dem Bachmannpreis lesen würde oder dass sich große Verlage und Zeitungen für sie interessieren würden. Dass so jemand wie Stefanie Sargnagel wahrscheinlich von Verlagen und Feuilletons belächelt worden wäre, liegt auf der Hand. “Das will doch niemand lesen.“ oder “Das ist doch keine Literatur.“, hätte man gesagt, während mal wieder irgendein unerträglicher Mist von dümmlichen, weltfremden Langweilern hochgejubelt wird. 10000 Mal wird die selbe Geschichte immer ein bisschen anders erzählt: Wie jemand nach Berlin zieht zum Beispiel und auch dort im “Großstadtmoloch“ irgendwie ein bisschen traurig ist. Wieviele Wörter haben Inuit für Schnee? Keine Ahnung, aber wir in Deutschland haben auf jeden Fall mehr schlechte, nichtssagende Bücher.

Da lobe ich mir eine Stefanie Sargnagel, die ein bisschen frischen Wind in die stickige Kleingeister-Literatur-Bude bringt. Die Briten haben Kate Tempest, die Österreicher Sargnagel und in Deutschland will man uns, den Klugen ha, Blabla-Gelaber-ohne-Substanz-Springer-Trantüte Gähnja Gähnes “Literatur“ und sie als die “Stimme einer Generation“ andrehen. Ich lehne ab, ohne mich zu bedanken, denn Stimme ja, aber keine wertvolle, und kaufe mir lieber etwas von Stefanie und Kate.

Ich bin, zugebenermaßen, ein “Kultur-Snob“ und vor einiger Zeit wäre ich auch ein wenig skeptisch gewesen bei dem Gedanken daran, dass jemand ein “Facebook-Poet“ ist, aber Sargnagel hat mich überzeugt und mir gezeigt, dass man sich nicht so vehement vor den neuen bzw. neueren Medien verschließen sollte. Hat ein großer Verlag Sargnagel bekannt gemacht oder Facebook?

Facebook, E-Books, Blogs und dergleichen scheinen ideale Plattformen für sogenannte Untergrund-Literatur oder für Werke unbekannter Autoren zu sein, die sich sonst nur schwer Gehör im Mainstream verschaffen könnten oder überhaupt erst mal eine Möglichkeit finden würden ihre Werke zu veröffentlichen. Was soll man auch sonst machen, wenn man gerne schreiben möchte, aber keinen Verlag findet? Früher gab es kleine “Underground-Verlage“ und heute gibt es Formen des Self-Publishings.

Sargnagel las heute Morgen als erste bei den TDDL. Sie las “Penne vom Kika“.

“Penne vom Kika“ ist ziemich lakonisch gehalten. Ein bisschen witzig,  “ironisch“. Eislaufen, U-Bahnfahren, Beisl, Penne vom Kika. Eine Jurorin sprach von einem “Quasseltext“. Eigentlich ist es das auch, aber Sargnagel quasselt nun mal interessanter als die meisten anderen und das Schöne an ihrem Schreibstil ist das Selbstironische. Es ist eine Mischung aus Größenwahn und Selbstverriss. Das versteht man vermutlich nur als solches, wenn man selbst so ist. Sie nimmt sich wichtig, ohne sich wichtig zu nehmen. Viele Autoren halten sich für ziemlich wichtig, zu wichtig, und bekommen das von anderen Wichtigtuern suggeriert und so steigt jedermanns Ego, und das merkt man als Leser und es ist, zumindest für mich, lächerliche Pose und bewirkt bei mir das Gegenteil: Ich merke, dass da viel heiße Luft ohne sonderlich viel Tiefgang ist. Bei Sargnagel habe ich das Gefühl nicht. Sie ist, wie sie ist und selbst das Überspitzte wirkt bei ihr nicht zu aufgesetzt. Das ist keine “Hochliteratur“, aber das muss es auch nicht sein.

Nicht jeder möchte lesen, was Sargnagel zu sagen hat; nicht jeder findet einen Zugang, aber schon allein die Tatsache, dass sie den, sich im Dämmerschlaf-befindenden, deutschsprachigen Literaturbetrieb ein bisschen aufmischt, spricht für sie.

 

uppiggandepiller

Ich muss den Blog-Namen ändern. Das kann sich doch kein Mensch merken. Stellt euch vor ihr habt in der Disse zu fetziger Mucke abgehottet (erst kam eurer Lieblings-Lied von Modern Talking und dann euer Lieblings-Lied von Scooter) und ihr habt eine flotte Sohle beim Discofox aufs Parkett gelegt und da voll die heiße Braut abgesahnt (bei David Guetta habt ihr die Olle dann klargemacht) und dann knattert ihr die Sahneschnitte bei euch in der Bude ordentlich durch, nachdem sie euren Leoparden-Tanga und eure wuchtige Männlichkeit bewundert hat, und die fragt so: “Ey. Wie heißt du so? Ich will das wissen, damit ich weiß, welchen Namen ich schreien kann bei unserem wilden Tête-à-Tête?“ und ihr sagt dann: “Ja, ich heiße Klaus Klöten, aber eigentlich heiße ich Klaus Flöckchen Bumseburbian Klauskuss Hansebach Adalbert Klottewutze Bamseberger Hamberbacher Christian Daniel Klöten. Du kannst aber auch Dennis zu mir sagen.“ Es kann sich einfach niemand merken.

Denk ich an Schland

Früher hatten wir Intellektuelle und Philosophen, heute haben wir egomane Langweiler, die nichts erlebt haben (außer brav Abitur, dann vielleicht ein bisschen studieren, ein bisschen verliebt sein) und nichts zu sagen haben, aber dafür das Ego und Geltungsbedürfnis eines Kanye Wests. Deutschland ist, bis auf wenige Ausnahmen, eine kulturelle Wüste.

Wo sind die Leute mit Talent, die wirklich etwas zu sagen haben?

Deutschland, du selten peinliche Kartoffelnation, deine Literatur ist ein 99 Cent-Laden. Gebt uns endlich gute Bücher von intelligenten und weltgewandten Menschen.

Und wenn ihr intelligente, weltgewandte Menshen seid, bitte schreibt E-Books oder Blogs, wenn die weltfremden, grauen Verlagsmäuse euer Zeug nicht wollen, weil ihr einfach zu cool für diese Banausen seid. Ich möchte mal wieder etwas Gutes aus Deutschland lesen und nicht nur Schrott Schrott Schrott von überprivilegiert Dummchen. You a sell out but I ain’t buyin‘.

Last Exit to Brexit

Freunde, pöhse Nasis,

ich habe hier nicht gepostet, weil ich in London war (es war wild und verrückt und komisch und witzig und anstrengend und schön und regnerisch und kalt) und ich bin auch etwas unschlüssig, ob ich hier weiterposten soll. Ich hatte so viele Klicks und ich möchte lieber eine kleinen “Leserkreis“ haben. Ich hatte früher mal einen Blog und ich habe diesen Blog gelöscht, weil es irgendwann mal einfach zu viel wurde (viel, viel mehr als hier). Viele Leser sind gut, wenn man etwas zu verkaufen hat oder Aufmerksamkeit fürs Ego braucht. Egostreicheleien brauche ich nicht, aber vielleicht möchte ich euch ja mal ein E-book oder so verkaufen: “Berufsjugendlichkeit- 1000 Wege wie man ein Pseudo-Erwachsener ohne Plan wird“ oder so ähnlich. Das wäre genau mein Thema.

 

 

“Die Geister, die ich rief“

Ich habe mich doch in dem “Tinder-Post“ über die ein oder andere Person ein bisschen lustig gemacht und jetzt ist mir eingefallen, dass gewisse aufmerksamheitshungrige Menschen doch immer akribisch verfolgen, was über sie wo gesagt wird. Geld auf dem Konto, Anzahl der Follower, Likes, Erwähnungen, Aufmerksamkeit.  Und jetzt denke ich: Oh nein, die Geister, die ich rief. Vielleicht muss ich mir einen neuen, “geheimen“ Blog zulegen. Ich kann diesen hier ja als “Spam Blog“ behalten, wo ich so etwas wie momentan poste.

Ich hatte vor Ewigkeiten mal einen Blog und da schrieb ich irgendetwas über C/ D-Promis (aber nicht so richtig gehässig. Es ging darum, dass manche Sternchen halbnackt auf roten Teppichen herumhüpften (und halbnackt im wahrsten Sinne des Wortes) oder so ähnlich und wie die Medien darauf eingingen und wie kalkuliert das alles war) und mir schrieb kurz darauf einer dieser besagten D-Promis und bot mir “Insider Informationen“ und ein Interview an. Ich habe diesen “Promi“ mal gegoogelt und sie lebt jetzt in Los Angeles und bei ihrer Wikipedia-Seite steht, dass sie “Geschäftsfrau ist.“ Vielleicht sollte ich sie jetzt doch mal interviewen und wir können uns von Geschäftsfrau zu Geschäftsfrau unterhalten.

 

Cristiano Ronaldo

Ich weiß gar nicht, worüber man so bloggt? Ich bin verwirrt. Ich habe eigentlich gar keine Zeit, um hier irgendetwas zu schreiben, aber es ist ein bisschen wie früher als Kind. Meine Mutter sagte böse: “Du musst erst die Hausaufgaben machen, bevor du die Mini-Playback-Show gucken darfst.“ und ich habe die Hausaufgaben nicht gemacht und die Mini-Playback-Show trotzdem gesehen und Ärger bekommen. (Thug life.)

Ich hatte eine längere “Social-Media-Pause“ und habe noch nicht so den Dreh raus, was man denn so postet und was nicht.

Gestern wollte ich mir in einem Zeitschriftenladen Zeitschriften kaufen. Ich habe mir schon länger keine Zeitschriften gekauft. Ich griff zur Spex und zur Groove und dann suchte ich noch ein paar Zeitschriften, die ich nicht “hasse“. Ich wurde nicht so recht fündig.

Ich ging rüber zu den Frauenzeitschriften und sah mir die Cover an zur “Haarinspiration“. Ich überlegte, ob ich mir ein Magazin kaufen sollte, damit ich ein Bild habe, das ich dem Friseur zeigen kann, wenn ich mal wieder hingehe. “So möchte ich meine Haare, lieber Friseur.“ etc. Ich schneide sie immer selbst und ja, das sieht man irgendwie. Ich dachte: Warum soll ich Geld für so einen Mist ausgeben? Such dir doch ein Bild online von einer Frisur. Ich dachte: Das Magazin ist vielleicht nicht so schrecklich. Ich dachte: ES IST EINE FRAUENZEITSCHRFT. NATÜRLICH IST DAS MAGAZIN SCHRECKLICH. Ich warf einen Blick in das Magazin. Das erste, was ich sah: “100 Trend Bikinis und Badeanzüge + Meinung der Männer Hot oder Not“. Männer beurteilen die Bikinies und Badeanzüge auf Sexiness. Ich fühlte mich seltsam dreckig und hasste die Menschheit (mal wieder). Ich habe das Cover des Magazins fotografiert und nicht gekauft.

Ich wollte die nicht-schrecklichen-Magazine kaufen, aber dann hörte ich mehr oder weniger zufällig zwei Frauen, die an der Kasse standen (und in dem Laden arbeiten) bei ihrem Gespräch zu.

Die eine sagte: “Der Ronaldo hahaha. Wie der aussieht. Hahaha. Der ist 31. Der hat sich doch was machen lasssen. Aufgespritzt oder so im Gesicht. Der sieht aus wie ein kleiner Junge. Hahaha. Der sieht aus wie sieben. Und wie der aussieht haha. Der sieht so peinlich aus. Haha.“

Die andere sagte: “Wer?“

“Der Ronaldo. Cristiano Ronaldo.“

“Hä?“

“Ja, das ist doch ein Fußballspieler.“

“Ach, so.“

“Ja, wie der aussieht haha. Du musst ihn dir mal ansehen. Wie ein Lackaffe. Der ist so peinlich.“

Die Frau lachte laut und konnte sich gar nicht mehr einkriegen.

Ich drehte mich zu dieser Frau um. Sie war ungefähr 50 und übergewichtig.

Noch nie habe ich so eine Liebe zu Ronaldo gespürt. Was fällt dieser Trulla ein, sich so über andere lustig zu machen?

Hier werde ich kein Geld ausgeben, dachte ich.

Ich knallte die Magazine auf einen Haufen. Sie landeten auf dem Musik Express. Gut, dachte ich. (Dieser Blog ist anti-Springer für immer). Eine arme verwirrte Seele wird jetzt vielleicht doch ein besseres Magazin kaufen. Ich stürmte aus dem Laden.

Draußen regnete es. Ich hörte auf meinem Ipod “Red Lorry Yellow Lorry“ und spülte meinen Hass und Weltekel mit Cola runter. Dann ließ ich mich auf den Boden fallen und schrie laut: “AHHHHHHHHHH. WANN kommt die Apokalypse, ihr schrecklichen Menschen. Der Tag des jüngsten Gerichts.“ Ein paar Zeugen Jehovas sahen mich bestürzt an. “Ist es denn soweit? Unser Raumschiff ist noch nicht fertig.“ (okay, letzteres habe ich dann doch nicht gemacht).

Kurz:

Wenn ihr einen Zeitschriftenladen besitzt und über das Aussehen des armen Ronaldos lästert und ihr seid vielleicht nicht mal selbst eine Schönheit (nach dem “gängigen konventionellen Mainstream-Schönheitsideal“), werde ich bei euch nicht mehr kaufen. Ihr habt schon ein bisschen eine “Taubenplage“ von mindestens einer Million Tauben verdient und dann ist da so viel Taubendreck, dass man den Laden nicht mehr betreten kann und das Dach stürzt ein (es ist natürlich niemand drin).

Berlin tales

My flatmate just told me he went to a club on the weekend. He said: “I was so fucked-up. I had to sit down in this club. Some girl walked up to me and she said: ‚Hi.‘ and then she tripped over and passed out. She seemed to be unconscious and I didn’t know what to do. I couldn’t move.“ One of his friends had to help her. An hour later he said another girl passed out. She, before she passed out, said: “Drugs…, drugs.“ Welcome to Berlin… (A while ago I saw a woman who passed out in the street and I talked to her and it was somewhat touching. I’ll maybe tell ya another time.)

The last time I went to a club, I complained about the music, didn’t want to dance and said: “I think I’ll just sit outside. See you later.“ I’m a lot of fun, you see. I’m quite the party girl persona and not just an elusive cloud of mysteries and sadness. (Tears.)

I sat by myself on the patio and listened to The Smiths on my ipod. Classic. It was also raining. Ha. Some silly, young boys were trying to talk to me. I didn’t want to talk and they collected water in plastic cups from a puddle and threw it at me. What is wrong with people, why are they so annoying. Then some guy on MDMA/ecstasy came up to me and said: “You’re so beautiful. I think I’m in love with you.“ and I dramatically yelled at him: “No, you’re not. You’re on drugs.“

I decided to go home. I talked with a man at the train station. He had two dogs. The highlight of my wild, hedonistic party night.

The other day I went by Berghain (but didn’t want to go inside. It was just a shortcut) and some guy ran up to me and he said: “Exucse me?“ – “Yes?“- “Do you want to have sex with me?“ He was on drugs…of course… But I’m also, obviously, quite the sex goddess. I said: “No, thank you. I’m going to Rewe. I want to get ice-cream.“ – “Is that a no?“ It was a no.

Why aren’t there any cities where they play a lot of 80’s punk, wave etc. and a lot of psychedelic rock and stuff like that at clubs? It’s like you have to go to London to hear some good (good in my opinion) music in bars and clubs.

I taught a Greek guy: “Bier auf Wein, das lass sein.“

and I taught a guy from Palestine: “Am Morgen ein Joint und der Tag ist dein Freund.“

I’m more or less a cultural ambassador. The city of Berlin should pay me.

 

Tinder

Tinder usw.

Ich bin schon irgendwie neugierig auf Tinder, weil ich schon so oft etwas darüber gehört oder gelesen habe, aber ich bin einfach zu faul mich da anzumelden. Ich würde vermutlich ohnehin nur komische Menschen kennenlernen.

Malte-Erik, 26: “Öhm ja, ich hatte schon voll viele Tinder-Dates und so, ja. Das letzte war schrecklich. Das lief erst mal so voll gut, die sah voll gut aus und war auch übelst klug und so, weil beim Date meinte sie so: “Omg ja, wir sind irgendwie voll die verlorene Generation und so. Weil, weißt du so, wir haben so krass viel Verantwortung und so. Welchen Filter nehme ich bei Instagräm, soll ich meinen Ex-Freund bei Facebook als Freund löschen, weil ich jetzt mit seinem Bruder zusammen bin, ist es uncool, wenn ich zu einem Vortrag in meiner Uni von Michael Nast gehe, obwohl sein Buch doch so voll wichtig ist und so, aber mein Ex-Freund meinte, der wäre irgendwie uncool, hm, und Michael Nast ist doch irgendwie so voll süß und ich weiß jetzt gar nicht, was ich machen soll, ich habe doch schon die Karten für Michael Nast, hm ja und soll ich lieber einen Mode- oder Food-Blog haben, zu welcher Fäschn Week soll ich gehen, welchen Detox Tea kaufen und hm, und ähm, ja, und was ich auch noch sagen wollte, ist, ja, also, ich sage das jetzt einfach mal, dass das nämlich ja auch irgendwie voll scheiße ist irgendwie, auf gut Deutsch gesagt, und das muss auch mal gesagt werden, und darum sage ich das jetzt mal, ja, also, ich wollte sagen, dass der zweite Weltkrieg jetzt schon sooooo lang her ist und wir Deutschen sind ja immer noch voll schuld wegen der ganzen Juden und so. Können die Juden nicht mal irgendwie aufhören rumzustressen? Omg, war das jetzt rassistisch oder so? Ich habe nichts gegen Juden. Die sollen halt nur mal irgendwie über was anderes reden und so. Das sind irgendwie voll die Hobbylosen und so. Und warum sind wir Deutschen immer schuld? Was ist denn mit den blöden Ösis? Ich meine ja nur, Malte-Erik.“ und ich sagte: “Endlich mal eine kluge Frau. Ich dachte, es gäbe nur Dumme. Ja, Stalin hat ja auch voll viele umgebracht und Maoam auch und so. Das habe ich mal bei einer Ntv-Dokumentation gesehen. Darüber redet ja auch keiner. Immer nur wir Deutschen. Hm, oder war das auf N24?“ und sie so: “Stalin? Ist das ein DJ? Ich glaub, ich habe den schon mal im Berghain gesehen.“ und da war ich voll beeindruckt irgendwie, mein Herz pochte ganz laut und ich hatte gleichzeitig eine Erektion und das war so Herz-Emoji irgendwie und ich konnte es nicht glauben, dass ich mit so einer klugen Frau bei einem Date bin, die sich irgendwie voll viele Gedanken macht und so und ich wollte halt schon ein Start-up-Unternehmen mit ihr gründen, als sie meinte, dass sie immer ironisch ins St.Oberholz geht, weil sie da um die Ecke wohnt und sie hat zwar auch ein Macbook, aber das nimmt sie da nicht mit, weil ihr das irgendwie peinlich wäre, weil sie ja nur einen Kaffee trinken will und die im St.Oberholz haben ja eh irgendwie nichts zu sagen und sollten aufhören zu schreiben und so, weil sie hat viel mehr zu sagen. So voll einsteinmäßig, ja, aber dann, dann hat sie Foucault falsch ausgesprochen, Foucault, weil die hat nämlich Fucker gesagt und sie meinte, sie hat ihn gelesen, weil das ja voll zu einem intellektuellen Menschen irgendwie dazugehört, dass man den liest, aber sie hat gar nicht verstanden, was er da schreibt und so und dann hat sie ihn bei unserem Date falsch ausgesprochen und das war so schrecklich irgendwie. Da habe ich das Date gleich abgebrochen und bin schreiend rausgerannt und musste einen frischen grünen Smoothie für 10 Euro trinken, weil wegen der Vitamine und der freien Radikale und so, weil ich die nach dem Date dringend brauchte für meinen Detox. Hm, ja.“ und er fängt an zu weinen. “Bitte, schnell. Bring mir einen Smoothie. Fucker!“ und er bricht zusammmen, kauert auf dem Boden in der Ecke und schlägt mit dem Kopf gegen die Wand. Die Verzweiflung ist ihm ins Gesicht geschrieben. “Ich leide an posttraumatischer Belastungsstörung! Smoothie! Schnell. Hiiiiiiiiiilfe! Buhuhu. Foucault! Ich werde allein sterben! Niemand liebt mich! Ich will zu meiner Mama! Ich hasse euch alle!“
Julia, Nickname Bi-Girl69, 24 schreibt: “Ich habe in meinem Profil geschrieben, dass ich natürlich Feministin bin, damit die geilen Weiber, die Feministinnen sind, nicht denken, dass ich was gegen sie habe und so und ich habe auch geschrieben “Gähnja Gähne, wenn du das liest, schreib mir bitte nicht. Du neoliberale Springärb*tch ekelst mich mal voll an lol“ und ich habe halt auch geschrieben: “Ein bisschen bi, schadet nie. Schreibt mir, ihr heißen Girls.“ Und da kommt so eine zum Date und die ist irgendwie so voll behaaart, so voll Urwald-mäßg, und ungeschminkt? Und ich so wtf?! Und ich so: ‚ewwwww. Wie siehst du denn aus?‘ und die so: ‚Warum?‘ – ‚Ja, du bist so behaart und hässlich halt?‘ und dann kam dann raus, dass das irgendwie voll das Missverständnis war. Ich: Feminismus= freethenippple, sex positive, Porn is empowering for women omg you guys, habt voll viel Sex mit jedem, weil sonst seid ihr voll prüde lolz und Christen halt, Prostitution is empowering for women, Pussy Riot, Femen und die so: Typ Kampflesbe in Flanell, BMI mindestens 28, kauft Sexspielzeug im Baumarkt. Hm ja, dann date ich jetzt vielleicht doch wieder nur süße Boys und keine hässlichen Weiber. Am besten Boys in Bands, aber nur der Sänger oder vielleicht noch der Gitarrist. Weißt du, was ich meine?“

Daniel-Hendrick, 28: “Jan Böhmermann ist so voll witzig haha. Das ist der beste Satiriker vom Deutschland. Omg, Satire darf alles, okay? Das mit dem Ziegenficken hahahahaha. So witzig. Oder waren das Schafe? Ich liebe Böhmi so. #freeböhmi. Wie viele Satiriker ich sonst noch kenne? Ja, öhm, keine. Nein, warte mal, Stefan Raab? Und Markus Lanz. Ist Markus Lanz ein Satiriker? Ja, oder? Hm, dann noch Mario Barth vielleicht. Und du so?“

Dennis 26: “Ich bewundere ja total Leute, die bei Springär arbeiten. Ich würde da auch voll gerne arbeiten, aber ich bin halt nicht so talentiert. Ich meine, Frededick Schniedeln omg, das ist so ein voll krasser Hipster-Typ. Der ist so der König von Mitte, ey. So wie halt der König von Mallorca Jürgen Drews, aber Mitte-Hipster halt und nicht Mallorca oder meinst du der wohnt im Prenzlberg? Omg, ich wohne auch im Prenzlberg. Letztens war ich so in Neukölln gewesen. Omg, das war voll dreckig da irgendwie und die chicks waren auch nicht so prall. Ich mein, ich konnte die gar nicht auschecken, weil die halt so ihre Moslemtücher umgebunden haben und so. Warum kann ich nicht auch so cool sein? Ich will auch so ein krasser Hipster-Typ sein. Oder so wie Gähnja Gähne. Die ist ja voll adlig. Voll krass, ey. Omg, die ist so die krass talentierteste Autorin from auer tscheneraschion, echt jetzt. Die ist so krass klug, ey. Ihre Litteratur regt so zum Nachdenken an, aber voll, ey. Denken ist ja eigentlich voll lame so und macht voll müde. Ich lese ja sonst nur die Schlagzeilen der Bild im Spätkauf, aber bei der werde ich auch voll zum Litteratur-Experten lolz. So voll gut. Ich habe früher auch voll gerne die FHM gelesen, aber die gibt es ja leider nicht mehr. Ich liebe auch Don Schmalponso. Der ist so klug, ey. Was liest du denn so? Hm, kenne ich nicht. Klingt irgendwie langweilig und so. Bücher von französischen Autoren? Ich kenne mich schon mit Französisch aus, aber nicht mit Büchern hahahahahaha. Wolle wu kuschä aveck moah? Hahahahahahahahahahahahahahahahaha. Blasen geht auch. Hahahahahaha. Kannst du mir mal ein Nacktbild von dir schicken? Ich will ja schon mal vorher checken, ob sich ein Treffen mit dir überhaupt lohnt, Baby. Magst du anal?“

Marvin, 23: “Du kennst ja irgendwie nur so alte Musik und Filme und Bücher und so? Voll langweilig.“

Ingo, 28: “Ich liebe dich, warum schreibst du mir nicht? Ich habe dir vor zwei Minuten schon mal geschrieben und du ignorierst mich? Wer denkst du, wer du bist, du dumme Schlampe? Ich bin dir wohl nicht gut genug, was? Ihr Frauen wollt doch eh nur Typen mit Geld und einem dicken Auto. Ich wollte dir gar nicht schreiben. Ich habe mich verklickt. Dir will doch sowieso keiner schreiben. Darum hast du dich auch hier angemeldet, weil du keinen abkriegst. Du hässliche Schabracke. Du bist so dumm.“ Weitere Nachricht: “Hure.“

Patrick, 29: “Dickpic“.

Finn-Luca, 18: “Wollen wir uns treffen, bae? Ich steh voll auf Milfs und du bist echt on #onfleek. Mein Opa sagt auf alten Schiffen lernt man segeln. Magst du Bibi’s Beautyplace? Wer ist deine Lieblings-Kardashian? Was trinkst du gerne bei Starbucks? Findest du auch, dass Justin Bieber jetzt cool geworden ist? In meinem Profil steht zwar 18, aber ich bin erst 16. Deshalb vor meinem 18. Geburtstag nur Petting lmao. Ich fasse dich kurz für eine Sekunde am Arm oder Ohr an oder so, du stöhnst ganz laut und dann cumshot wie in den Pornos. Du willst ja nicht in den Knast? Wie bei Orange is the new Black rofl. Age is just a number und 1 Gefängniszelle ist auch nur 1 Raum bahahahaha muahahaha. Auf, schreib, mir, grandma. Komm schon, hoe. Bist du gut in Englisch? Ich bräuchte Hilfe bei den Hausaufgaben. Ich bin versetzungsgefährdet. Hast du 1 Auto? Du kannst mich gerne mal von der Schule abholen und meinen bros und mir Bier kaufen. Magst du Money Boy? Ich love den Boy so. No homo. Ich und meine bros hätten voll gerne Tattoos. Wir dachten so an Tränen unter den Augen. Kannst du mit ins Tattoo-Studio kommen und sagen, dass du unsere Mom bist? Du hast halt früh angefangen lmfao. Bitch lol. 🍆🍆🍆🍆🍆

Pollyanna 27 und Manfred 30: “Hi, wir sind ein Poly-Paar und suchen eine Gespielin. Wärst du interessiert? Wir wollen aber noch mal explizit erwähnen, dass wir POLY sind. Das heißt, wir schnackseln mit jedem und kennen keine Eifersucht. Hi, jetzt schreibt Manfred. Also, ich war schon mal eifersüchtig, als die Pollymaus was mit meinem Chef hatte, die haben es wie die Karnickel auf dem Kopierer getrieben, aber das war ja nur ein Quickie. Das ist einfach dieses soziale Konstrukt der Monogamie, das uns aufgezwungen wurde, das mich noch voll an den Eiern hat, aber ich löse mich immer mehr. Hier wieder, Pollyanna. Ja, also, wir wollen nur mal schreiben, dass die Scheiß-Monogamie so voll obsolet ist. Diese ganze heteronormative Spießerscheiße, ey. Die Leute lügen sich nur was vor und die sind halt mal so gar nicht glücklich. Also, was ist? Kommst zu zum Schnackseln vorbei? Wir können uns auch bei dir treffen. Was sind deine sexuellen Vorlieben und Tabus? Kannst du vorher einen Chlamydien-Test machen? Manfred hat schon mal Chlamydien von seinem Bankberater bekommen und das hat so gejuckt. Bist du rasiert? Manfreds Maße sind 19×6. Heiße Küsse, Pollyanna und Manfred.“

Gähnja, 25: “Ein Mann in biligen, verschlissenen Klamotten sieht MICH an, wie ICH ins Taxi steige. Sein schmutziges Gesicht ekelt MICH an. Ja, ICH habe Geld, armer, hässlicher Mann. Ja, ICH steige ins Taxi. Ja, ICH fahre in die Redaktion. Ja, ICH treffe mich mit meinem CHEFredakteur Dulf Schnorchlhardt und du bist arbeitslos. Ja, ICH bin Gähnja Gähne. ICH rauche eine Zigarette und blase ihm den Rauch ins Gesicht. Er will Kleingeld. ICH gebe ihm keines. “Verpiss dich, hässlicher Mann.“, sage ICH. “Du bist arm und erbärmlich und ICH bin eine überaus erfolgreiche, talentierte Springär-Business-Lady.“ ICH fahre im Taxi an Jugendlichen vorbei. ICH hasse sie. Da sind auch noch hässliche Frauen. Überall sind die. ICH hasse auch sie, diese unterbelichteten Nutten, aber ich verspüre auch etwas Mitleid. Sie können nichts dafür, dass sie nicht ICH sein können. ICH. Es ist Wetter, es ist ein Tag. Das Wetter tut, was das Wetter tut. Schlapp wettert es sich vor sich hin. Das Wetter, es ist nicht Jörg Kachelmann. ICH bin nicht das Wetter. ICH bin Gähnja Gähne. ICH. ICH. Unsere Generation ist depressiv. Ennui, Ennui. ICH, ICH. Der Tag tagt mal wieder eine Tagung. Bis die Tage will ICH sagen, aber morgen wird schon ein neuer Tag sein. Das ist, was der Tag macht, er kommt immer wieder wie Herpes. Man kann den Tag nicht vertagen. Tag ein, Tag aus, ist da Tag, so viel Tag und das Wetter, das Wetter, ja, das auch. Wir sind reich und darum so arm. ICH bin so tiefgründig. ICH bin Gähnja Gähne. ICH gucke mir Tschörmani’s Näxt Topfmodel an. ICH bin schöner als wie die alle. ICH. ICH bin zu famous geworden. Darum lege ich mir ein Pseudonym zu. ICH bin ja auch irgendwie voll pseudo hihi. ICH nenne MICH Schwére von Bägriffe. Das Von bitte nicht vergessen. ICH bin schön und klug und ihr seid alle dumm und ekelhaft. Kauft euch Rotkäppchen-Sekt von eurem Hartz IV. Ihr widerliches Gesindel. Pöbel. Seid ihr dumm oder Psycho-Autisten oder beides irgendwie? Gebt MIR Geld, ihr dummen, primitiven Affen. ICH fahre an euren Arme-Leute-Hochhäusern und der Klapse vorbei und lache euch aus. Ihr werdet nie ICH sein.“

Freddy, 25: ♩ ♪ ♫ ♬Ich bin der König von Mitte. Bin der Prinz vom Prenzlberg. ♩ ♪ ♫ ♬ Bitches, schreibt mir oder tut mir auf Spapschat folgen. Omg, Fler, bitte tu mir nicht mehr schreiben tun. Ich habe doch schon gesagt gehabt, dass wir keine BFF sein können. Kuss, eurer Freddy.“

Ralph-Thorben, 49: “Willst du nicht mal einen richtigen Mann? Diese ganzen Grünschnabel haben doch nichts drauf, Süße. Die arbeiten doch alle bei Vice or machen ein Praktikum und nehmen schlechtes Koks. Du willst dich doch nicht auf einer dreckigen Matratze in einem WG-Zimmer von so einem schwängern lassen? Versau dir nicht die Zukunft, Mädchen. Mir gehört eine Werbeagentur und ich habe gutes Koks. Ich habe eine Eigentumswohnung mit Dachterrasse. Also, was ist? Schick mir mal deine Nummer? Ich habe das ja hier alles eigentlich gar nicht nötig, aber ich war mal neugierig, Darling.“

Horst-Joachim, 60: “Na, du kesse Biene. Willst du mal um meinen Stängel herumschwrirren? Ich habe euch eine Ladung Nektar für dich. Magst du Rollenspiele?“

 Alle erwähnten Personen sind natürlich frei erfunden.