Alles was ich will ist nichts mit euch zu tun haben

Ich möchte auf diesem Blog nicht unbedingt Stellung zu aktuellen Ereignissen nehmen wie Köln Hbf etc., weil ich nichts mit Schlands Medienwelt zu tun haben möchte. Das ist sonst zu ärgerlich. Ich lese sogar nur noch internationale Presse, weil ich das Gefühl habe, dass da etwas weniger weltfremde Journalisten schreiben. Oder am besten liest man nur noch die Meldungen der Presseagenturen oder gewöhnt sich das Nachrichtenlesen ganz ab und zieht in eine einsame Waldhütte nach Sibirien.

(Es gibt auch Zeitungen, die nicht völlig schrecklich wie die Süddeutsche, aber ich meide die mittlerweile auch, damit sie mich nicht auch noch enttäuschen. Man weiß ja nie.)

Man kann nicht zu allem schweigen und insbesondere die Übergriffe in Köln und in anderen Städten machen vielen (nicht allen) Mädchen und Frauen Angst. Von bekannten Netzfeministinnen kommt dazu ja nicht mehr als “Das war schon immer so, dass Frauen belästigt werden. Da kann man nichts machen.“ oder “Man soll keine Angst haben.“ Man. Solche Aussagen kommen auch gerne von Politikern oder Journalisten – die wohlhabenden, taxifahrenden Berlin-Mitte-zugezogen Experten, die nicht darauf angewiesen sind mit Bus und Bahn zu fahren und sich nicht in “No go areas“ “herumtreiben müssen“ wie zum Beispiel wir vom “Pöbel“, die wir da auch mal wohnen und nicht ganz Berlin und Hamburg durchgentrifiziert haben. Journalisten scheinen in Deutschland ohnehin nicht so viel von Information zu halten und beschränken sich auf Meinungsmache. “Dichter und Denker“ gibt’s schon lange nicht mehr und erst recht keine Philosophen. Es gibt nur noch Brüllaffen mit Meinungen, die auch gerne mal einen Buchvertrag angeboten bekommen, damit noch ein langweiliges Buch (Sachbuch oder Roman) in deutschen Mainstream-Buchhandlungen für die unkritischen Massen bereitsteht. Anti-Intellektualismus durch und durch.

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Hamburg, meine Perle

Heute las ich einen Artikel- oder zumindest ein paar Sätze. Es ging um das neue Album der Beginner. Ich habe “Beginner Album“ gegoogelt und kam so auf diesen Artikel

www.zeit.de/kultur/musik/2016-08/beginner-advanced-chemistry-album

Der Autor Daniel-Irgendwas (Daniel Gerhard? Daniel Gerhardt? Gerharpt? Daniel Egal) schreibt

“Das Schicksal der Stadt Hamburg wird immer sein, dass sie nicht Berlin ist. Kleiner Scherz.“

DA wurde ich so richtig sauer. WAS soll das denn? “Scherz“. Ich gebe dir gleich Scherz und packe hier mal ein paar gefährliche Karate-Moves aus. Was hat Berlin, das Hamburg nicht hat? Mehr irgendwas-mit-Medien-Idioten und Start-up-Unternehmen und mehr Techno? ES GIBT MATROSEN IN HAMBURG. MATROSEN. Auf Matrosen, ohe. Und Matrosenkneipen. Muss man noch mehr über Hamburg wissen? Außerdem wohnen in Hamburg coolere “Prominente“ und Halbprominente. In Berlin ganz schön viele wichtigtuerische Trottel, die sich gegenseitig an ihrer Trotteligkeit berauschen.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich mit diesem Blog unglaublich reich werde. Berühmt sein möchte ich nicht, aber die Medien werden sich natürlich um mich reißen. Ich werde sie alle zappeln lassen und darauf warten, dass mich die wunderschöne und liebreizende Ina Müller ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ zu Inas Nacht einlädt. Dort werde ich mich ordentlich betrinken und meinen Kopf auf Inas Schulter legen und lächeln.

Ach so, das neue Album der Beginner ist anscheinend nicht so gut.

Ich war mal mit Leuten aus Hamburg in einem Club (nicht in Hamburg) und da habe ich betrunken immer Leuten “gedroht“ und gerufen: “Was’n los, Digga? Pass ma auf.  Ich komm aus Hamburg.“ (wie ich mir vorstelle, dass Gangsta-Hamburger reden. Ich bin ja nur Gangsta ohne Hamburger zu sein) und habe Drohgebärden mit der Faust gemacht und die Leute mussten immer lachen und waren gar nicht eingeschüchtert 😥 und haben sich sogar noch gefreut, weil ich ja (anscheinend) aus Hamburg komme 😥 (“Wir“ Hamburger sind halt beliebt.) Eine der Bekannten (Hamburg-Zugezogene) hat gesagt, dass ich das lassen soll, damit man nicht denkt, dass Leute aus Hamburg “stressen“ würden und sich nicht benehmen können 😥

Einmal haben mich sogar zwei Norddeutsche für jemand aus Hamburg gehalten ha. Wir tranken zusammen Schnaps und fröhlich stimmten sie “Nicht lang schnacken“ an und ich vervollständigte “Kopp in Nacken.“ Später mussten sie “pischen“ und ich sagte: “Ich auch.“ und dann fragten sie mich nach dem Pischen: “Kommst du direkt aus Hamburg oder aus der Nähe?“ und dann konnten sie es nicht fassen, dass ich nicht aus Hamburg komme. Sie sagten: “Du hast uns doch verstanden? Der Trinkspruch und pischen und so? Du bist doch zumindest Norddeutsche?“ Bedauere. Ja ja, grenzübergreifende Völkerverständigung.

Da fällt mir auch ein, dass ein Bekannter aus Hamburg mir mal erzählt hat, dass sein kleiner Bruder in der Zeitung war. “Echt, cool?“ sagte ich. “Warum?“ Ich dachte an Jugend forscht oder so etwas. Der Bekannte schickte mir den Artikel: Es ging um Jugendalkoholismus. Der Bruder war betrunken vor eine S-Bahn gefallen (war aber nicht oder nur leicht verletzt). Das war dann eher nicht so cool.

Genug geschnackt, ich als Matrose muss jetzt zurück aufs Boot. Mein Schiff, die MS 420 Blaze it sticht in See. Wir schippern rüber nach Amsterdam.

Na, denn man tau und so (sagt man das in Hamburg?). In Hamburg sagt man (aber) tschüss. Tschüss. Eure Streunendenkatze-Deern.